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  Aus der Geschichte des Instruments

 

         Das herrliche Gehaüse der Hauptorgel der Kirche Saint-Laurent stammt aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, unbekannt sind hingegen leider der Schöpfer dieses im charakteristischen Ludwig-XIII.-Stil ausgeführten Werks sowie das genaue Baujahr. Die drei von Schuppenkuppeln bekrönten Türme des Positivs entsprechen harmonisch denen des Hauptkörpers. Man bewundert auch die Eleganz der zwei beiderseits der zentralen Kuppel sitzenden Engel, die Trompeten blasen ; ihrerseits ist diese Kuppel mit einer Kartusche bestückt, worin sich die Initialen von Saint-Laurent überlagern.

 

         Anläßlich des Umbaus von 1682 bis 1685 lieferten der Orgelbauer François Ducastel und sein Sohn Hipolyte u.a. eine außergewöhnliche, 41 Tasten umfassende Pedalklaviatur.

 

         1766 wurde ein neuer Umbau unternommen, und zwar durch den berühmten Orgelbauer François-Henri Clicquot. Das Instrument, das von den damaligen Organisten – etwa Balbastre, Séjan oder Raison – sehr geschätzt wurde, zählte nunmehr 37 Stimmen auf 4 Manualen und Pedal.

 

         Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche für zu klein befunden. 1864 erweiterte man das Hauptschiff um zwei Joche ; dabei wurde der Haupteingang auf eine Linie mit dem neuen Boulevard gebracht. Eine neue Empore wurde unter Beibehaltung der alten Fächer gebaut, um das von Merklin-Schütze überarbeitete Instrument aufzunehmen. In diesem wurde ein Großteil des Pfeifenwerks von Clicquot wiederverwendet.

 

         Nachdem die Orgel Anfang des 20. Jahrhunderts mehrfach umgestaltet worden war, wurden neue Arbeiten unter der Aufsicht von Jean-Louis Coignet, Sachverständiger der Stadt Paris, ausgeführt. Seit dem Abschluß dieser Restaurierung (Renaud, 1995) hat das Rückpositiv sein Pfeifenwerk, das bis dahin im Hauptkörper aufgestellt war, zurückgewonnen, so dass die ursprünglichen Teilwerke wiederhergestellt worden sind. Das Instrument hat somit seine Einheit wiedererlangt.

 

         Der einmalige Charakter der Hauptorgel von Saint-Laurent ist auf die Ausgewogenheit der verschieden Elemente aus seiner Geschichte zurückführen. Das Instrument bleibt in erster Linie von Clicquot geprägt, von dem das Grand Jeu à la française uns den fernen Glanz des Grand Siècle erahnen lässt, aber auch von Merklin, dessen Fertigkeit im klanglichen Bereich das nuancierte Kombinieren von diesen durch die Zeit zerstreuten Errungenschaften ermöglicht hat.

 

 

                                                                                     Ann Dominique Merlet

Ûbersetzung Kurt Lueders

 

 

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